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GORILLA TRACKING IN RWANDA

19. - 27. September 2013

Donnerstag, 19. September 2013

Endlich ist es soweit. Wir fliegen zu den Gorillas.
Wir sind sehr dankbar, dass unsere liebe Freundin Erika zusammen mit Annabelle das Housesitting im Ambiente und das Verwöhnprogamm für Jacky übernimmt.
Ganz beruhigt können wir uns verabschieden und ein Taxi bringt uns zum Flughafen. Kulula fliegt uns nach Johannesburg und dort erwartet uns Lucky, der Fahrer vom "The Residence Boutique Hotel" für einen luxuriösen Transfer zum Hotel www.theresidence.co.za. Wir bleiben eine Nacht in Johannesburg, unser Flug nach Kigali geht morgen früh schon um 8h30 und so früh gibt es keinen Anschlussflug von Kapstadt nach Johannesburg.
"The Residence" liegt in Houghton, einer der besten Gegenden in Johannesburg. Die hohen Mauern und die Elektrozäune um die grossen Anwesen gefallen uns gar nicht. Zum Glück ist das in Camps Bay nicht üblich. Auch Nelson Mandela wohnt hier und Lucky fährt kurz an seinem Haus vorbei. Zur Zeit belagern viele Journalisten Tag und Nacht das Anwesen, immer in der Hoffnung auf eine gute Story. Nachdem Nelson Mandela lange im Krankenhaus war, ist er nun wieder daheim, aber sein Gesundheitszustand mit 94 Jahren ist nicht der allerbeste. Wünschen wir ihm noch viele schöne Tage im Kreise seiner Familie.
Im "The Residence" angekommen werden wir überschwänglich von Sanet begrüsst. Wir freuen uns sehr über das Wiedersehen. Sie führt uns durch das Hotel. Wirklich alles wunderschön und sehr stilvoll. Für uns ist die Penthouse Suite reserviert - toll, mit grossem Aussenbereich, mit gemütlicher Sitzecke, Daybed, Jaccuzi, was braucht man mehr!
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Das Abendessen im Restaurant ist sehr lecker, auch hier wieder eine elegant stilvolle Atmosphäre. Wir sitzen draussen im wunderschönen Garten, im Hintergrund leise Pianomusik, und das Plätschern des Wasserfalls lässt die Geräusche der Grossstadt verschwinden.
Dank des grossen Skylights direkt über dem Bett können wir vor dem Einschlafen noch aus dem Bett den Vollmond und die vorbeiziehenden Wolken betrachten.

Freitag, 20. September 2013

Heute müssen wir uns schon gleich an das frühe Aufstehen gewöhnen. Um 6h00 fährt Lucky uns zum Flughafen, dieses Mal standesgemäss mit dem Rolls Royce.
Am Airport läuft alles etwas mühsam, und dann müssen wir auch noch über eine Stunde nach dem Boarding im Flieger sitzen, bevor es endlich los geht.
Der Flug war dann aber ganz okay, und mit nur 20 Minuten Verspäting landen wir in Kigali. Aloys erwartet uns www.individualtours.com. Herzliche Begrüssung, wir freuen uns sehr ihn wieder zu sehen und schon bald sitzen wir im Toyota Landcruiser und auf geht's. Das Wetter in Kigali ist recht warm aber durchwachsen. Die Trockenzeit geht zu Ende und gelegentlicher leichter Regen kündigt schon die Regenzeit an.
Wir fahren ins Hotel - Kigali Serena Hotel - www.serenahotels.com, das einzige 5 Sterne Hotel in Kigali, sehr ordentlich. Nehmen eine Sandwich zum Lunch und gehen dann mit Aloys auf eine Stadtrundfahrt.
Den schwer verdaulichen Teil machen wir zuerst, das Genocide Memorial Centre www.kigalimemorialcentre.org, www.kigalimemorialcentre.org.rw. In einem Zeitraum von nur 100 Tagen wurden 1994 ca. 1 Millionen Tutsis und moderate Hutus systematisch regelrecht abgeschlachtet. Das Memorial gedenkt der 250.000 Menschen, die hier in Massengräbern beerdigt wurden und versucht zu erklären, wie es war, als die Welt dem untätig zugesehen hat.
“A militiaman came up to kill me. I was astonished because he was a friend. He used to come to our house every day. He farmed my father’s fields and he received a salary. My mother gave him food. We used to play with him and he was like a brother to us, even though we were not from the same family. I asked him why he wanted to kill me when I had done nothing to him. I begged him to take pity of me. He said nothing but just hit me on the head with a machete. He had bits of wood in his hand which he stuck into my face. When he thought I was dead, he left.“ Uwayisenga, 7 years.
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Wir fahren am “Hotel Des Milles Collines” vorbei. Die Geschehnisse dort waren Anlass für den erfolgreichen Film "Hotel Rwanda" (gibt es auf DVD), der allerdings vollständig in Südafrika gedreht wurde.
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Rwanda hat sich seit dem unglaublich positiv entwickelt. Es gibt keinerlei Konflikte mehr, alle Rwander leben friedlich miteinander, Kigali ist unglaublich sicher, sauber und gepflegt. Nur 1% HIV infizierte, keine Korruption, viele ausländische Investoren, überall wird gebaut, die Stadt wächst schnell, viele Menschen vom Land zieht es nach Kigali, wie auch aus den Nachbarländern und viele, die in den 90er Jahren geflohen sind, kommen zurück.
Stolz zeigt uns Aloys seine Stadt. Wir fahren durch den neuen Teil, überall wird Bauland erschlossen und zum Teil sehr luxuriöse Häuser entstehen. Wir lernen, dass die Regierung die Besitzer der kleinen alten Häuser, die hier teilweise noch stehen, ermutigt zu verkaufen und weiter raus zu ziehen, wo Land billiger ist, um Konflikte zwischen Arm und Reich zu vermeiden...
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Kigali hat ca. 3 Millionen Einwohner und erstreckt sich über unzählige Hügel. Ständig geht es bergauf und bergab. Ein beliebtes Fortbewegungsmittel sind die Moto-Taxis. Kleine Motorräder mit immer einem Passagier hintendrauf, die sich teilweise sehr rasant durch den Verkehr bewegen.
Für uns wieder neu und gewöhnungsbedürftig - es wird hier rechts gefahren!
Die Polizei greift hart durch, also immer ordentlich fahren, anschnallen, kein Handy beim Fahren, usw.. Südafrika sollte sich nicht nur in diesem Fall ein Beispiel nehmen.
Die Menschen sind nicht nur sehr nett und gut gebildet, sondern auch gut anzusehen, auffällig viele sehr hübsche Frauen und gut aussehende Männer.
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Später setzt uns Aloys beim Restaurant "Republika Lounge" ab. Wir probieren den localen “Wein” Urwagna, aus Bananen gemacht, entscheiden uns dann aber doch schnell für den südafrikanischen Rotwein. Essen Fischcurry und Chicken und geniessen den lauen Abend mit Blick über die Stadt.
Das Restaurant mit guter Atmosphäre wird dann recht voll, scheint ein Insider Tipp zu sein.
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Ein Taxi bringt uns dann ins Hotel - alles unproblematisch und sicher. Die Menschen sitzen draussen um den Pool, trinken, lachen, sind fröhlich, eine Band spielt, dieses Hotel könnte überall auf der Welt stehen...

Samstag, 21. September 2013

Wir schlafen etwas länger und gehen um 8h30 zum Frühstück. Was für eine Überraschung, Frederike und Noah sind schon da, Aloys kommt kurz darauf. Wir frühstücken ganz in Ruhe zusammen, es gibt viel zu erzählen. Noah ist mit seinen 4 Jahren so ein cleveres Kerlchen, es ist eine Freude, ihn um sich zu haben.
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Aber irgendwann müssen wir dann auch los. Wir bringen Frederike und Noah nach Hause und bekommen so eine Idee, wie schön man in Kigali leben kann. Mit Aloys machen wir uns dann auf den Weg. Wir fahren durch den alten Teil Kigalis, wo die Menschen noch leben wie vor dem Krieg von 1994.
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Dann heraus aus der Stadt Richtung Nordosten. Es geht bergauf und bergab, das ganze Land ist durchgehend bergig. Nicht umsonst heisst es "Land of a Thousand Hills" und es sind sicher mehr als tausend! Überall Dörfer, Ansiedlungen, Menschen auf der Strasse und überall wird Landwirtschaft betrieben bis ganz oben hinauf auf die Berge. Das sieht sehr beschwerlich aus. Aber Aloys meint, die Menschen sind es von klein auf an gewöhnt bergauf und -ab zu laufen und es sei für sie ganz normal. Der vulkanische Boden ist sehr fruchtbar. Die Erträge reichlich, hier braucht keiner zu hungern.
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Es leben 11,5 Millionen Menschen in diesem kleinen Land. Man sagt "You are never alone in Rwada", sicher richtig, denn Menschen gibt es hier überall. Rwanda ist eines der am dichtesten besiedelten Länder in Afrika.
Wir hören interessante Geschichten. Z.B. hat Präsident Paul Kagame angeordnet, dass alle Menschen Schuhe tragen müssen. Anfangs haben viele diese Anordnung nicht befolgt, weil sie es gewohnt waren, immer barfuss zu gehen. Es wurden Geldstrafen verhängt und kostenlos Schuhe verteilt. Und so haben die Menschen erkannt, dass es tatsächlich bequemer und gesünder ist, Schuhe zu tragen...
Oder, wie sonst in Afrika üblich, sind keine Strohdächer erlaubt. Aus gesundheitlichen Gründen müssen alle Häuser Blechdächer haben. Es ist in diesem feuchtwarmen Klima hygienischer und besser sauber zu halten. Wer es sich gar nicht leisten kann, bekommt das Material von der Regierung. Malaria gibt es z.B. so gut wie gar nicht, und wenn, wurde die Krankheit aus Nachbarländern mitgebracht...
Das Gesundheitssystem wurde komplett neu organisiert. Niemand hat es weiter als 5km zu einer Krankenstation, wo er medizinisch versorgt werden kann. Jeder hat eine Kranken-versicherung, gemessen am Einkommen werden die Beiträge festgelegt, die Reichen zahlen für die Armen. Daten werden elektronisch erfasst, schummeln geht nicht...
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Auch auf dem Land ist es extrem sauber, Plastiktüten sind z.B. bei Strafe komplett verboten! Jeden ersten Samstag im Monat legen alle für ein paar Stunden die Arbeit nieder, und im ganzen Land wird gemeinschaftlich sauber gemacht, auch der Präsident ist dabei!!
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Dann sehen wir im Nebel die ersten Vulkane und in Musanze (Ruhengeri) angekommen machen wir eine Kaffeepause auf der Terrasse des Hotel Muhabura. Hier hat Diane Fossey immer gewohnt, wenn sie herunter aus den Bergen in die Stadt kam.
Morgen früh werden wir zum Gorilla Tracking wieder hier durch kommen.
jetzt geht es weiter bis zum Lake Kivu, wo wir 2 Nächte im Lake Kivu Serena Hotel wohnen - www.serenahotels.com. Auch dieses Hotel ist sehr ordentlich, direkt am See, grosser Pool, langer Sandstrand, wie ein Strandhotel lädt es zum ausspannen ein. Während wir noch beim Lunch sitzen, kommt eine fröhlich bunte Hochzeitsgesellschaft, um Fotos zu machen. Ein Officer der Polizei heiratet, die Männer alle in Ausgehuniformen, sehr elegant.
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Ein heftiges Gewitter kommt auf, wir verkriechen uns ins Zimmer, entspannen und gehen später nur noch zum Dinner. Heute abend wird ein Buffet angeboten, es ist nicht spitzenmässig, aber ganz okay. Für uns sehr störend ist die laute Musik bis spät abends, frühes Schlafen ist nicht möglich, und dass, wo wir morgen um schon um 4h30 geweckt werden.

Sonntag, 22. September 2013

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Pünklich um 5h30 holt Aloys uns ab. Auch an einem Sonntag um diese frühe Uhrzeit sind schon wieder viele Menschen auf der Strasse unterwegs. Das Wetter ist nicht so toll, dicker Nebel, und wir stellen uns schon auf "Gorillas in the Mist" ein.
Gegen 7h00 erreichen wir das Volcanoes National Park Headquarter. Hier gibt es ruandischen Kaffee und Tee, und wir lassen uns ein paar Teilchen aus unserem Frühstückspaket vom Hotel schmecken. Hier treffen wir dann auch Susanne und Alex aus Kapstadt, ja, die Welt ist wirklich eine Erbse. Wir freuen uns, uns hier zu sehen und natürlich werden erst einmal Fotos gemacht. Die beiden hiken heute zum Grab von Diane Fossey und gehen erst morgen zum Gorilla Tracking. Diane Fossey ist neben Digit, ihrem lieblings Silverback beerdigt, dort wo ihr Lager Kalisonke war. Zwischen den beiden Vulkanen Kalisimbi und Bisonke. Ein langer Hike, aber die beiden sind ja fit.
Ein Gorilla Permit haben wir schon vor Monaten gekauft und nachdem Aloys alle Formalitäten für uns erledigt hat, werden wir zu einer Einweisung mit unseren Guides und weiteren 6 Touristen aus England und aus Australien gebeten. Wir sind zu einem mittelschweren Hike eingeteilt und werden die Agashya Gruppe tracken. Wir erfahren mehr über die Agashya Gruppe, bestehend aus 22 Tieren mit einem Silverback und einem Baby von gerade mal 7 Wochen. Der Weg zu ihnen soll zwar etwas weiter, aber nicht so steil sein, hoffentlich wissen das auch die Gorillas.
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Anschliessend fährt Aloys uns zu einem Platz näher am Park, wo wir die Tracker treffen und den Portern/Trägern unsere Taschen und Rucksäcke geben. Wir erhalten unsere Walking Sticks und los geht es.
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Nach ca. 30 Min. durch Kartoffelfelder erreichen wir die Parkgrenze. Eine Mauer aus Lavassteinen, dahinter ein Graben, soll verhindern, dass die Wildtiere den Park verlassen. Ein letztes Briefing, wir überqueren Mauer und Graben und bahnen uns den Weg durch einen dichten Bambuswald. Super schön und sehr beeindruckend.
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Andere Tracker befinden sich schon seit früh morgens in der Nähe der Gorillas und geben über Funk Hilfestellung, die Richtung zu finden. Nach fast einer Stunde durch den Bambuswald wird es dann doch steil und recht beschwerlich. Einer der Tracker schlägt für uns mit seiner Machete einen Schneise durch das Dickicht des Regenwaldes.
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Das Wetter hat sich gebessert, der Nebel hat sich zum Glück verzogen, aber es ist nass und glitschig. Mühsam erklimmen wir den Berg, halten uns an der Vegetation fest und nehmen dankbar die Hilfestellung der Porter an. Auch der Walking Stick ist eine grosse Hilfe, ohne wäre der Weg gar nicht zu bewältigen. Zum Glück haben wir Handschuhe an, denn die Sting Nettles (Brennnesseln) spüre ich manchmal sogar durch meine eigentlich recht dicke Hose. Wir bleiben immer mal wieder stehen, verschnaufen und fragen uns, wo die Gorillas wohl sein mögen.
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Ich bin direkt hinter dem Guide, wieder halten wir an, er weist nach vorne und ganz kurz sehe ich ein schwarzes Knäuel hinter dem nächsten Busch verschwinden, Tränen schiessen mir in die Augen. Es ist so berührend. Wir warten auf den Rest der Gruppe, lassen alle unsere Sachen hier liegen und gehen nur mit Fotoapparat einige Meter weiter hoch. Imposant sehen wir links Agashya sitzen, der Silberrücken, nach dem die Gruppe benannt wurde. Er interressiert sich so gar nicht für uns. Etwas weiter und wir sehen auch die anderen Gruppenmitglieder. Auch wir lassen uns nieder und geniessen die Gesellschaft dieser faszinierenden Tiere, dieser sanften Riesen. Die Gorillasprache hatten wir beim Briefing schon gelernt, bzw. kannte ich sie von der DVD "Gorillas im Nebel". Mit dem freundlichen "Grunzen" teilen wir ihnen mit, dass wir in guter Absicht kommen.
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Es ist ein unglaubliches Erlebnis, das kleine, 7 Wochen alte, trinkt bei Mama an der Brust, anschliessend tollt es mit anderen Jungtieren herum, Mama hat immer eine wachsames Auge darauf. Ein paar Halbstarke kämpfen spielerich, wer ist der stärkere? Ein Schwarzrücken schläft entspannt auf dem Rücken, die Beine in die Höhe. So beobachten wir die verschiedenen Aktivitäten für fast eine Stunde.
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Als sie sich entscheiden, den Berg weiter herunter zu gehen, folgen wir ihnen. Zeitweilig sind wir direkt zwischen ihnen, ein Junges kommt plötzlich links von mir aus dem Dickicht, andere hangeln sich über uns durch die Bäume. Es ist ein unvergleichliches Erlebnis. Im Bambuswald angekommen, machen sie sich über die jungen Bambustriebe her, eine Delikatesse für Gorillas. Wir bleiben noch einen Moment und verlassen sie dann schweren Herzens. Die Besuchszeit für max. 8 Touristen ist eigentlich auf eine Stunde pro Tag begrenzt. Die Tiere sollen so lange wie möglich in ihre natürlichen Umgebung ohne fremde Einflüsse eine ganz normales Gorilla Leben leben.
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Wir machen eine Pause, sammeln uns, verabschieden uns von dem Trackern und maschieren einen anderen Weg zurück durch den Bambuswald, wieder durch weitere Kartoffelfelder bis wir ein Dorf erreichen und die Autos sehen und Aloys schon auf uns wartet. Hier verabschieden wir uns dann auch von den Guides und den Porters. Bei der Besucherinformation kaufen wir uns dann einen Walking Stick als Souvernier und bekommen zur Erinnerung ein Certificate ausgehädigt über unseren Besuch der Agashya Gruppe. Es war eines der besten Erlebnisse, die wir hatten, wenn nicht das beste überhaupt. Es wird uns in unvergesslicher Erinnerung bleiben.
Wir fahren zurück zum Hotel, sind einigermassen erschöpft und müssen uns erst einmal ausruhen. Später holt Aloys uns noch einmal ab und wir machen eine kleine Stadtrundfahrt durch Gisenyi, der geteilten Grenzstadt zum Kongo. Wir lernen viel von Aloys über die nachbarschaftlichen Probleme und den immer währenden Krieg im Kongo, die Hinterlassenschaften der belgischen Kollonialherren. Wir fahren am Lake Kivu entlang, einer der grössten Seen des Albertine Rift Valley. Mit bis zu 500m Tiefe einer der 20 tiefsten und volumengrössten Seen der Welt. Die Genze zum Kongo geht mittendurch. Grosse Methanvorkommen unter dem See werden von den Rwandern gefördert, aber auch an anderen Stellen tritt aus dem Grund das Sees giftiges Methan Gas aus. Es gibt deshalb kaum Fische im See, und schwimmen sollte man sich gut überlegen und wenn, dann nur dort, wo die Einheimischen es tun. Schade, denn landschaftlich ist es wunderschön hier.
Das a la Carte Abendessen im Hotel war einigermassen enttäuschend. Wenn auch an diesem Abend keine laute Musik gespielt wurde, so war doch die Geräuschbelästigung nicht unerheblich. Aber es gibt halt kaum Alternativen, es sei denn, man will in der Sabyinyo Silverback Lodge USD 750 pro Person und Nacht zahlen. Ja, Rwanda ist sehr teuer!

Montag, 23. September 2013

Um 7h30 brechen wir auf. Wir haben einen langen Weg vor uns. Auch wenn es nur ca. 350km bis zum Nyungwe Forest National Park sind, wird es den ganzen Tag dauern bis wir im "Land of a Thousend Hills" bergauf und bergab auf ständig kurviger Strecke unser Ziel erreichen. Die Strasse ist sehr gut, sie wurde vor einigen Jahren mit deutschem Geld von Strabag gebaut. Eine kürze Strecke am Lake Kivu entlang, ist wegen des sehr schlechten Zustandes der Strasse nicht zu empfehlen.
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So fahren wir also über Muhanga, überqueren den Nil, leider auch hier ein Memorial, wo den unzähligen Opfern des Genocides gedacht wird, die hier in den Fluss geworfen wurden. In Nyanza besichtigen wir den Nachbau des Kings Palace. Grosse, strohgedeckte Hütten mit überdimensionalen "Betten".
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Zu sehen auch die Inyambo, die heiligen Kühe mit den übergrossen Hörnern mit bis zu 2,50 m Spannweite. Und die königliche Residenze, die 1931 von den Belgiern für King Mutara III Rudahigwa gebaut wurde. In Huye Stop zum Lunch im Le Petit Prince Hotel. Wie leider in Rwanda nicht unüblich warten wir mehr als eine Stunde auf dann leider nicht besonders gutes Essen.
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Immer noch haben wir ca. 5 Stunden Fahrt vor uns. Die Strasse wird schlechter und ist dann auch im Park nicht so besonders gut. Noch fahren auch die schweren Trucks und der Verkehr zum Kongo durch den Park. Wenn die Strasse am Lake Kivu irgendwann eneuert wird, soll die Duchfahrt duch den National Park gesperrt werden.
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Wie oft am Nachmittag fängt es an zu regnen und zu gewittern. Überraschenderweise sehen wir schon gleich einen Schimpansen die Strasse queren und einige hübsche L'Hoests Mountain Monkeys am Wegesrand. Wieder aus dem Park heraus, ein kurzes Stück durch eine Teeplantage erreichen wir immer noch im Regen die Nyungwe Forest Lodge. Sie gehört zur Shamwari Gruppe, macht einen sehr guten Eindruck, ansprechende, moderne Lodge Architektur und grosse, schöne Zimmer in separat gelegenen Chalets. Gebaut von einem südafrikanischen Architekten www.nyungweforestlodge.com. Das Abendessen am wärmenden Kamin war das beste, was wir bisher hatten.
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Dienstag, 24. September 2013

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Um 8h45 brechen wir auf und fahren bis zum Umwimka Treffpunkt für den Canopy Walk. Sehr professionell und schön gemacht. Mit Rezeption, kleinem Coffee Shop, guter Touristeninformation gibt es diesen Walk erst seit 2011.
Ruander, die sich eher nicht so für den Regenwald interessierten, kommen dank dieser "Attraktion" nun vermehrt und die Guides haben so die Chance aufzuklären über den Nutzen und wie wichtig der Erhalt ist, nicht nur für die Tiere, sondern für das gesamte Ökosystem und somit für alle Menschen.
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Wir melden uns an, werden unserem Guide Bosco mit weiteren 5 netten Frauen aus Südafrika zugeteilt und um 10h00 geht es dann los. Vorsichtshalber den Regenmantel angezogen, den Walking Stick mitgenommen und nach ca. 1 Stunde durch den Regenwald erreichen wir den Canopy Walk. Eine hängebrückenmässige Konstruktion aus Aluminium in 3 Abschnitten und um die 70m hoch. Nicht jedermanns Sache, macht es uns allen doch viel Spass auf Höhe der Baumkronen durch den Rain Forest zu spazieren und die fantastische Aussicht zu geniessen.
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Am Ende angekommen geht es wieder fast 1 Stunde zurück auf recht beschwerlichen, teils sehr steilen, feucht schüpfrigen Wegen. Den Regenmantel haben wir nicht gebraucht und so kommen wir so richtig ins Schwitzen.
Nyungwe Forest National Park ist mit 970 Quadratkilometern einer der grössten geschützten Bergregenwälder Afrikas. Er ist ausserdem das Einzugsgebiet für die beiden grössten Flüsse Afrikas, dem Kongo und dem Nil. Als Teil des Albertine Rift Valley ist Nyungwe ein noch ursprünglicher Regenwald, der die letzte Eiszeit überlebt hat. Somit als eine der ältesten Vegetationen Heimat für viele seltene und vom aussterben bedrohte Arten.
Berühmt ist Nyungwe für das Chimpanzee Tracking (das machen wir morgen), aber auch für die grosse Anzahl von Angolan Colobus Monkeys. Es gibt Gruppen mit ca. 500 (!) Tieren die hier zusammenleben. Einzigartig!
Gerne würden wir sie sehen. Tracker berichten über Funk, dass sie nicht gar so weit weg sind. Da später am Nachmittag gerne Regen aufkommt, entscheiden wir uns gleich los zu gehen.
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Aloys fährt uns mit unserem Guide Julius Cäsar das Stück bis zum Beginn des Hikes, und wieder geht es auf feucht glitschigen Wegen ca. 40 Minuten, bis wir die Tracker Treffen und hoch oben in den Bäumen die Colobus hören und sehen. Die Tracker schlagen vor, mit ihren Macheten eine Schneise in die dichte Vegetation zu schlagen, damit wir noch etwas näher an die Colobus herankommen. Peter bleibt unten, aber Marion stimmt zu, und so klettern wir sehr mühsam und steil bergan.
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Irgendwann machen wir dann halt und leider ist es nicht möglich, näher zu kommen und so beobachten wir sie eine lange Weile, wie sie sich hoch oben die Blätter schmecken lassen und immer wieder mit grossen Sprüngen von Baum zu Baum und Ast zu Ast gelangen. Zeitweilig direkt über uns und plötzlich, was ist das, wie ein Wasserfall nur wenige Meter vor mir - ja, Pipi müssen sie halt auch mal machen. Wirklich schöne Fotos hat es leider nicht gegeben, dafür waren sie zu weit weg und zu unruhig. Es war trotzdem ein tolles Erlebnis hier oben in dieser üppigen Natur zu sein, die Tiere zu beobachten und den Geräuschen des Regenwaldes zu lauschen.
Wir begeben uns auf den Abstieg, nicht ganz einfach, aber mit Hilfe meines Walking Sticks und gelegentlicher Hilfestellung der Tracker schliesslich doch ganz gut zu bewältigen. Peter hat geduldig gewartet und wir treten den Rückweg an. Lange Strecken geht es jetzt bergauf und ich muss nun doch etwas öfter anhalten um wieder zu Atem zu kommen. Aber auch das ist irgendwann überstanden, und als wir wieder in der Lodge sind, reichen unsere Kräfte nur noch für einen leckeren Sandwich als verspätetes Lunch. Und das schönste, eine kleine Gruppe Colobus sitzt direkt bei der Lodge in den Bäumen.
Jetzt wollen wir nur noch ausspannen, ein Bad nehmen bis die Haut sich kräuselt, und das Dinner lassen wir ganz ausfallen. Ganz früh schlafen ist angesagt, denn morgen geht es schon um 4h30 los zum Chimpanzee Tracking, das heisst, wir müssen schon mitten in der Nacht aufstehen...
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Mittwoch, 25. September 2013

... ja, das haben wir dann auch gemacht, sind um 4h45 los, zuerst zum Office des Nationalparks, dort den Guide Christoph eingeladen und andere Reisende getroffen und dann mit mehreren Autos eine gute Stunde gefahren. Erst bequem auf Asphalt, dann lange schlechte Gravel Roads, bis wir im Park angekommen, die Autos parken.
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Sofort geht es steil bergab, quer durch den Urwald, wieder schlagen die Tracker mit Macheten eine Schneise. Wir sind per Funk mit Trackern in der Nähe der Chimps verbunden, aber irgendwie klappt es heute nicht so wirklich. Wir laufen lange 2 Sunden durch den dichten Forest, teils steil bergauf und bergab, teils auf Wegen, teils quer durch den Dschungel. Es ist sehr anstrengend. Erschwerend sicher ausserdem, dass wir uns immer auf einer Höhe um die 2500-3000 m befinden, und dass wir uns von den Anstrengungen vom Vortag noch gar nicht so richtig erholt haben.
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Ein Teil unserer 8 Personen starken Gruppe begibt noch einmal sehr steil, einen Hang hinunter und später wieder herauf (!), mit wenig Erfolg. Und wir fühlen uns auch ein bisschen veräppelt, als wir dann nahe des Weges eine kleine Gruppe Chimps und Mona Monkeys hoch in den sehr hohen Bäumen antreffen. Klar, es ist interessant, sie dort herumturnen und fressen zu sehen, aber es ist sehr weit weg und wie gestern bei den Colobus nicht möglich, gescheite Fotos gegen das grelle Licht des Himmels zu machen. Die Vegetation und die riesigen Bäume sind atemberaubend.
Der Rückweg geht fast durchweg bergauf, dauert dann wieder ungefähr 2 Stunden. So erschöpft und ausser Atem war ich bisher nur einmal, als wir uns 2011 fünf Stunden in den Rolling Hills an der Wild Coast verlaufen haben.
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Zurück in der Lodge, etwas ausruhen, und zum Lunch sitzen wir mit Marda und Happy zusammen, ein nettes Ehepaar und Afrika Fans aus Philadelphia/USA. Die beiden waren vorher in Uganda und sind jetzt in Rwanda, bis auch sie morgen über Brüssel wieder nach Hause fliegen.
Sie sind etwas enttäuscht, insofern, dass ihr Travel Agent in den USA andere Erwartungen geweckt hat. Ja, es ist schade, dass nicht alle Reiseveranstalter ihren Kunden ehrlich sagen, was sie erwartet.
So ist der Nyungwe Rain Forest sicher einzigartig. Aber in erster Linie für Naturliebhaber und sportliche Hiker geeignet, und nicht für Reisende, die Tiere und Primaten sehen wollen.
Die Nyungwe Forest Loge ist hinsichtlich Lage, Architektur, Ausstattung wunderbar. Es mangelt nur an einigen Kleinigkeiten, die man bei einer 5-Sterne Lodge erwarten kann. Man darf hier nicht den Standard der 5-Sterne Shamwari Lodges in Südafrika erwarten. Aber man darf die gleichen Preise zahlen!!!
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Nach dem Lunch ein Schläfchen und ein heisses Bad. Leider war heute bei halbvoller Wanne das heisse Wasser alle und Bubble Bath oder Badesalz gibt es gar nicht. Eine Lampe ist kaputt, die Mininbar wird nicht aufgefüllt und zum Turndown wird schon um 16h00 geklopft, genau die Zeit, wo die Gäste in einer Lodge mit anstrengenden Aktivitäten am Vormittag, im Zimmer sind und relaxen wollen...

Donnerstag, 26. September 2013

Frühstück um 8h45, auschecken, und um 9h30 geht es los Richtung Kigali. Unser Flug nach Johannesburg geht um 18h40, wir haben den ganzen Tag Zeit. Es sind zwar nur ca. 250km bis Kigali, aber wegen der kurvigen Strassen in immer bergigem Gelände und den unzähligen Ortschaften wird es 5-6 Stunden dauern. Man kann hier nur einen Schnitt von ca. 40-50km/h fahren.
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In Kigali nehmen wir einen Kaffee im Bourbon Cafè, einer der angesagten Plätze in Kigali, dann besuchen wir noch 2 Märkte, um nach Souveniers und Stoffen zu schauen. Wir finden aber nicht das Richtige, und was uns gefällt, bekommen wir auch in Kapstadt.
Ja, und dann fährt Aloys uns zum Flughafen und es heisst Abschied nehmen. Umarmungen, danke sagen, und er verspricht uns, uns bald mal wieder mit Rike und Noah in Kapstadt zu besuchen.
Wir hatten eine gute Zeit mit Aloys. Er ist ein wirklich sympatischer Mann, ein umsichtiger Fahrer mit grossem Wissen über Land und Leute, Geschichte und Politik. Es war sehr interessant, wir haben viel gelernt und er blieb auf keine unserer vielen Fragen eine Antwort schuldig. Wer eine individuelle Tour machen möchte und kein Freund von Gruppenreisen ist, der ist bei ihm gut aufgehoben www.individualtours.com.
Mit Ruandair geht es dann pünklich nach Johannesburg. Lucky erwartet uns schon und bringt uns für die letzte Nacht dieser Reise wieder ins "The Residence Boutique Hotel" www.theresidence.co.za. Auch auf dem Rückweg müssen wir eine Nacht in Johannesburg bleiben, weil es um diese Zeit keinen Flug mehr nach Kapstadt gibt.

Freitag, 27. September 2013

Ein leckeres Frühstück im Hotel. Abschied nehmen und ein ganz grosses Dankeschön an Sanet und ihr Team für die grosszügige und erstklassige Gastfreundschaft. Lucky fährt uns wieder zum Flughafen. Mit Mango geht es nach Kapstadt. Ein Taxi erwartet uns, und eine halbe Stunde später sind wir glücklich wieder zuhause in unserem schönen Ambiente.
Gerne geben wir weitere Tips für alle, die etwas ähnliches unternehmen möchten.
E-Mail: info@ambiente-guesthouse.com

Sonnige Grüße aus Kapstadt

Eure

Signature

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